Muckle-Wells-Syndrom, Familiäres autoinflammatorisches Kältesyndrom, NOMID / CINCA ist Teil einer Gruppe von seltenen Krankheiten, die Bestandteil der CAPS-Gruppe. Unten finden Sie Aussagen von Patienten, die mit diesen leben.

Vor kurzem kam die Diagnose: MWS

Geschrieben von malinda, publiziert vor 4 Monaten.

Meine Geschichte

Hallo Allerseits,
Es ist schon komisch, aber immer, wenn ich nach meiner Gesundheit gefragt wurde, bin ich nur ausgewichen, denn so sehr ich mich auch zu erklären versuchte, die Leute verstanden einfach nicht, was mit mir los war. Aber nachdem ich all Eure Geschichten gelesen habe, weiß ich, dass ich endlich einen Ort gefunden habe, wo man mich verstehen wird, und dass ich endlich nicht mehr allein bin.

Solange ich denken kann lag mit meiner Gesundheit immer etwas im Argen. Den größten Teil meiner Kindheit habe ich abwechselnd im Krankenhaus und zu Hause verbracht, es war so schlimm, dass ich die zweite Klasse wiederholen musste. Ständig wurde ich abgetastet, gepiekst, Gewebeproben entnommen ... alle Untersuchungen, die man sich vorstellen kann, habe ich hinter mir. Und weil keiner meiner nahen oder entfernten Verwandten jemals auch nur ansatzweise die gleichen Symptome aufgewiesen hatte, war alles, was man mir sagen konnte, dass ich an einer "diffusen Bindegewebserkrankung" leiden würde.

Mit Nesselsucht, Allergien, Gelenkschmerzen, Erschöpfungszuständen, Migränen und dem Gefühl, nie richtig gesund zu sein aufzuwachsen war wirklich schwer für mich. Kinder, und sogar manche Eltern, können richtig gemein sein, und es trifft meist die, die anders aussehen. Infolgedessen wurde ich sehr schüchtern und versuche auch heute noch, bloß keine Aufmerksamkeit auf mich zu ziehen. Ich musste mitanhören, wie Ärzte meinen Eltern sagten, ich würde wahrscheinlich nicht älter als 10 (tatsächlich war ich zu dem Zeitpunkt schon 12), oder dass ich niemals einen Schulabschluss schaffen würde. Wenn die wüssten, dass ich heute ausgebildete Krankenschwester bin, bereits über 10 Jahre verheiratet und dass ich zwei eigene Kinder habe!

Seit ich 16 bin (heute bin ich 39), bin ich bei demselben Rheumatologen wegen Lupus erythematodes und Gelenkrheumatismus in Behandlung. Aber es wurde eigentlich nie viel unternommen, weil ich noch "funktionieren" konnte, und die außergewöhnlichen Testergebnisse für mich als normal galten.

Als ich zum ersten Mal Prednison bekam, verschwand meine Nesselsucht, ich war voll Energie und froh, endlich zu wissen, wie sich "gesund" anfühlte. Aber obwohl es nur eine niedrige Dosierung war, stellten sich bald alle möglichen Nebenwirkungen ein. Hydroxychloroquin half mir gar nicht, und manche Ärzte verschrieben mir sogar Antidepressiva und Methylphenidat (Ritalin), was ich aber ablehnte. Man wird es wirklich Leid, wenn einem alle erzählen wollen, dass man sich alles "nur einbilden" würde, dass es "am Gemüt" läge oder dass man seine Ernährung umstellen müsse. Natürlich macht es die Sache nicht gerade besser, wenn man mit den Nerven am Ende, unterkühlt oder übermüdet ist, das heißt aber noch lange nicht, dass mein Problem rein psychosomatisch ist!

In den letzten paar Jahren ging es mit meiner Gesundheit stetig bergab. Ich nahm immer mehr ab, und vertrug bestimmte Lebensmittel nicht mehr, und so wurde ich auf Dickdarmentzündung und sogar auf Morbus Crohn hin untersucht. Nachdem beide Untersuchungen ohne Befund blieben, wurde durch eine Gewebeprobe aus meinem Verdauungstrakt eine Sekundäre Amyloidose festgestellt. Zu dem Zeitpunkt hatte ich aber bereits so viel Gewicht verloren, dass ich im Herbst 2011 ins Krankenhaus musste, um sechs Wochen lang künstlich ernährt zu werden. Jetzt bin ich zu Hause und werde immer noch 16 Stunden am Tag über eine Sonde, die direkt unterhalb des Schlüsselbeins eingesetzt wurde, künstlich ernährt. Bisher haben die verschiedenen Tests und Gewebeproben ergeben, dass ich Amyloidosen (abnorme Protein-Ablagerungen) in meinem Verdauungstrakt, in den Nieren und Lymphknoten habe.

In den Wochen bevor ich ins Krankenhaus musste, war ich bereits in die Immunologische/Rheumatologische Abteilung des Krankenhauses überwiesen worden, wo man Lupus sofort ausschloss, obwohl das bis dahin immer "meine" Diagnose gewesen war. Man nahm Gentests vor, mit dem Ergebnis MWS. Obwohl es noch nicht 100%ig bestätigt ist, und wohl auch nie sein wird, rührt die Amyloidose höchstwahrscheinlich daher, dass ich lange Jahre über keine entzündungshemmenden Mittel bekommen habe.
Ich bekomme seit November alle 8 Wochen eine Dosis Ilaris, und habe jetzt schon keine Ausschläge oder Gelenkschmerzen mehr. Meine beiden Kinder werden im Moment genetisch auf MW getestet, weil mein dreijähriger Sohn auch Nesselsucht und geschwollene Lymphknoten aufwies.

Ich bin so dankbar, dass ich die CAPS-Gemeinschaft hier gefunden habe. Es ist so schön, endlich zu wissen, dass ich nicht allein bin.

Geschrieben von malinda, publiziert vor 4 Monaten.

2 Kommentare zu «Vor kurzem kam die Diagnose: MWS»

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  • karend
    karend | publiziert vor 4 Monaten | Ursprünglich geschrieben in Englisch

    Malinda,

    Thank you for sharing your story. You are a very amazing person, and have bee through so much! I am so glad that the Iaris is helping, and I hope that the amyloid deposit issues will improve over time (some people have had improvement, but it can take years.) I am sorry to hear you are on TPM and have a central line, No fun, Are you able to eat or drink at all now? If you need anything, feel free to contact me. I run The NOMID Alliance www.nomidalliance.org and have one son with a spontaneous mutation for CAPS that has caused NOMID. I hope that your son will be able to get onto treatment earlier in life if he has CAPS so he will not have to endure what you have been through.

    Best wishes for a good 2012 with improved health,

    Karen Durrant

  • malinda
    malinda | publiziert vor 4 Monaten | Ursprünglich geschrieben in Englisch

    Thanks Karen. I am on a low residual diet (no fats, little to no fiber, no spices. And thankfully all health foods are off limits) and am able to eat small amounts and drink small amounts. For the most part it helps lessen the GI problems. I am hopeful that I will be able to get rid of some of the amyloids over time. I'm sorry to hear that your son is affected. The gentic counselor believe it is a spontaneouse mutation for me as well.

    Best wishes for you and your son as well.

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    http://www.cmrf.org/story/show/66

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    Save the Date, June 2, 2012, in Toronto:
    http://raredisorders.ca/documents/SAVETHEDATEnoticeJune2Conference.pdf

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    Do any of you that have CAPS in your family have some people that are more affected than others i...
    topic, publiziert vor etwa 1 Monat

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    This abstract is about 2 siblings with atypical mutations for CAPS, and one sibling had more symptoms than the other, even with the same mutation.

    http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20506209

    Thanks to Karen for passing this along!

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